German Conversation A2 with Native Speakers 📣🎯
8 de October de 2023Have you enjoyed our conversation in German B1-B2 with Milica and Henry? Great! On this page we provide you with the full transcript of this conversation so that you can slowly read it again. It is full of valuable grammatical structures, expressions and vocabulary that are important for the B1-B2 ✅.
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Complete Transcript of the Conversation
Henry: „Milica, ich habe gehört, dass du einige Monate in Spanien gelebt hast. Stimmt das?“
Milica: „Ja, das stimmt. Ich habe drei Monate lang in Valencia, in Spanien gelebt.“
Henry: „Wow, Valencia! Wenn man an Spanien denkt, dann denkt man vielleicht an Madrid oder Barcelona oder Sevilla. Warum hast du dich für Valencia entschieden?“
Milica: „Also, ich war ganz sicher, dass ich in eine Stadt gehen wollte, die auch Strand und Meer und Sonne hat, weil ich das zu Hause nicht habe ... in Deutschland. Und genau! Barcelona war für mich leider keine Wahl, weil Barcelona einfach zu groß ist ... zu touristisch und ich wollte in einer Stadt leben, die einfach ein bisschen kleiner ist ... ein bisschen intimer und ja, dann habe ich mich für Valencia entschieden.
Henry: „Und du sagst, du wolltest in einer Stadt leben, die kleiner ist als Barcelona. Weißt du ungefähr, wie viele Menschen in Valencia leben?“
Milica: „Also ungefähr ... ein bisschen weniger als eine Million, würde ich sagen ... so 800.000 bis 900.000.“
Henry: „Das ist ja trotzdem immer noch eine sehr große Stadt.“
Milica: „Genau, ja! Also, ich wollte schon, dass es eine größere Stadt ist als meine Heimatstadt in Deutschland, weil … ich komme aus Mainz. Mainz ist sehr klein und ich wollte eine Stadt haben, die ein bisschen größer ist, aber eben nicht zu groß und Valencia war da eine gute Wahl.“
Henry: „Ein guter Kompromiss also?!“
Milica: „Genau, richtig!“
Henry: „Und du hast gesagt, Sonne und Strand sind dir sehr wichtig. Gibt es noch andere Dinge, die dir in Valencia wichtig sind oder andere Dinge, die dir positiv aufgefallen sind ... in Valencia.“
Milica: „Ja, ganz viele Dinge, also ich war sehr überrascht von dem wunderschönen historischen Stadtzentrum mit ganz vielen alten Gebäuden ...“
Henry: „Oh, das liebe ich auch!“
Milica: „Ja, super schön! ... kann man abends mal spazieren gehen, einen Wein trinken gehen. Es hat eine ganz tolle Atmosphäre, Valencia … ganz einladend und irgendwie intim, wie gesagt, und ein bisschen außerhalb vom Stadtzentrum gibt es auch so einen modernen Gebäudekomplex, also ganz viele moderne Gebäude nebeneinander und die sehen wirklich aus wie aus so einem Science-Fiction-Film, also total futuristisch und ganz, ganz originell. Also Valencia hat irgendwie alles ... ein bisschen Geschichte, ein bisschen Moderne, den Strand, die Sonne … also, ja.“
Henry: „Das hört sich wirklich sehr, sehr gut an und interessant.“
Milica: „Ja. Hast du denn auch schon mal im Ausland gelebt, Henry?“
Henry: „Ja, ich habe auch schon in Spanien gelebt. Ich habe schon ein paar Wochen in Barcelona gelebt. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auch schon in Valencia gelebt …
Milica: „Wirklich?! Nein!!! Im Stadtzentrum?“
Henry: „Auch im Stadtzentrum!“
Milica: „Ach, krass!“
Henry: „Ja, vielleicht waren wir auch Nachbarn ...“
Milica: „Ja, das kann gut sein!“
Henry: „Manchmal ist die Welt einfach sehr, sehr klein.“
Milica: „Ja, das stimmt!“
Henry: „Und davor habe ich auch schon einmal in Sevilla gelebt ...“
Milica: „Oh, schön! Ja, der Süden Spaniens ist auch ganz toll.“
Henry: „Ja, wirklich!“
Milica: „Und hat dir Sevilla besser gefallen als Barcelona und Valencia oder welche dieser Städte war die schönste Stadt für dich?“
Henry: „Das ist natürlich eine schwierige Frage! Ich glaube, dass jede Stadt etwas Besonderes hat. In Sevilla war auch die Architektur sehr besonders ... das Andalusische! Also, die andalusische Kultur mit dem Flamenco ist natürlich ganz besonders... “
Milica: „Oh ja!“
Henry: „Aber Sevilla hat keinen Strand. Also man muss eine Stunde mit dem Auto fahren, um zum Strand zu fahren und da hat natürlich Valencia den großen Vorteil, dass es direkt am Meer liegt. Auch Barcelona liegt direkt am Meer und man kann einfach ... direkt ins Wasser hüpfen. Das ist natürlich in Sevilla nicht so, aber ich glaube, jede Stadt hat so Vorteile und Nachteile und ich bin sehr glücklich, dass ich in jeder Stadt gelebt habe.“
Milica: „Das glaube ich … das glaube ich! Und hast du denn auch ein bisschen Flamenco tanzen gelernt, oder ...?“
Henry: „Mein deutscher Rhythmus! Also ich habe erfolgreich zugeschaut.“
Milica: „Du warst ein erfolgreicher Teilnehmer.“
Henry: „Genau, ich habe erfolgreich teilgenommen. Ich habe aber in Sevilla, und das wollte ich immer schon probieren, Bachata tanzen gelernt. “
Henry: „Also, ich bin zu einer Tanzschule …“
Milica: „Oh … cool“
Henry: „Ja … ich bin zu einer Tanzschule gegangen - jeden Sonntag - und habe dort Bachata gelernt … ein Jahr lang.“
Milica: „Wow, sehr gut. Ja, Bachata ist auch eine sehr schöne Tanzart ... habe ich tatsächlich auch in Valencia eine Zeit lang getanzt. Sehr schön!“
Henry: „Hast du Talent, Milica?“
Milica: „Ich würde sagen: Ja!“
Henry: „Okay … ich glaube …“
Milica: „Ich hoffe … ich hoffe, dass die anderen das auch so sehen … Nein! Es macht mir auf jeden Fall sehr viel Spaß. Das ist das Wichtigste.“
Henry: „Super, sehr gut. Und … in welcher Stadt würdest du auch gerne mal leben? Du hast in Valencia gelebt. Würdest du gerne in einer anderen Stadt leben?“
Milica: „Ja, auf jeden Fall. Also Sevilla ist auf jeden Fall unter meinen Favoriten auch.“
Henry: „Okay. Ganz oben auf der Liste.“
Milica: „Ganz oben auf der Liste, genau. Aber… ich glaube die nächste Stadt, in der ich leben würde, wenn ich nach Spanien noch mal gehen würde, wäre Granada.“
Henry: „Granada! Okay!“
Milica: „Granada ist ganz romantisch und ich liebe diese arabischen Elemente, die Granada hat.“
Henry: „Ja, stimmt.“
Milica: „Irgendwie Alhambra … und dann gibt es auch noch einen Stadtteil, der super, super arabisch aussieht. Also die Gebäude an sich haben ganz viele arabische Elemente und das finde ich irgendwie … ja, da zieht es mich hin.“
Henry: „Okay … ja, also diese arabischen Einflüsse?“
Milica: „Genau.“
Henry: „Sehr interessant! Ich finde es immer interessant, wenn zwei Kulturen sich in einer Stadt treffen.“
Milica: „Auf jeden Fall, ja. Überall treffen ganz viele Kulturen aufeinander in Spanien und das ist wirklich etwas, was Spanien zu so einem … schönen Land macht … zu so einem interessanten Land.“
Henry: „Absolut, korrekt … ja!“
Milica: „Genau.“
Henry: „Was waren für dich die größten Unterschiede zwischen deinem Leben in Deutschland und deinem Leben in Spanien?“
Milica: „Also, es gab schon viele Unterschiede, muss ich sagen, aber das, was für mich der größte Unterschied war oder die größte Umstellung, könnte man sagen, ist der Lebensrhythmus im Allgemeinen, also der Alltag.“
Henry: „Ja.“
Milica: „Man steht später auf in Spanien. Man isst zu anderen Zeiten. Also vor allem das Abendessen, das so spät war. Das war für mich am Anfang schon sehr schwierig. Ich habe sehr, sehr lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen und jetzt passiert es sogar, dass ich hier in Deutschland manchmal um 10 / 11 Uhr abends Hunger bekomme und dann zu Abend esse.“
Henry: „Ja …“
Milica: „Aber … ja, die Siesta! Die habe ich in meinen Alltag integriert und das späte Abendessen auch. Was war denn für dich der größte Unterschied zwischen Spanien und Deutschland?“
Henry: „Auf jeden Fall auch der Tagesrhythmus. Das ist mir auch sehr aufgefallen, aber auch natürlich das Wetter … ist eine große Umstellung zwischen Deutschland und Spanien. In Deutschland ist es häufiger so, dass die Tage ein bisschen bewölkt sind. Also der Himmel ist bewölkt. Es ist auch natürlich viel kühler als in Spanien und ich habe auch das Gefühl gehabt, dass es in Deutschland mehr Sauerstoff in der Luft gibt. Das heißt, ich konnte besser atmen in Deutschland und ich habe in Spanien gemerkt, dass auch wenn es warm war und die Temperaturen sehr hoch waren, dass ich dann mehr Schwierigkeiten mit dem Wetter hatte.“
Milica: „Ja, ich glaube, das liegt auch ein bisschen an der hohen Feuchtigkeit, vor allem, wenn es 30 Grad hier sind. Es ist nochmal viel wärmer, als wenn es in Deutschland 30 Grad sind, weil, man geht raus und ja, diese Schwüle, diese Feuchtigkeit, die macht einen verrückt.“
Henry: „Ja, gerade im August und September ist es dann wirklich schwierig. Entweder man macht die Klimaanlage an, dann muss man aber auch sehr viel für Strom bezahlen. Das ist sehr, sehr teuer, auch gerade im Moment, oder man macht die Klimaanlage aus und man schwitzt und es ist wie in der Sauna. Also das war für mich ein ganz großer Unterschied zwischen Deutschland und Spanien.“
Milica: „Das glaube ich, ja.“
Henry: „Ein Punkt, der mir auch sehr aufgefallen ist, ist der soziale Aspekt. Also das Leben ist auf der Straße oder findet auf der Straße statt. Die Spanier treffen sich häufig schon zum Mittagessen mit ihren Freunden. Zum Abendessen oder abends geht man in eine Bar ... in ein Restaurant. Also man trifft sich mehr. In Deutschland ist es eigentlich in der Woche immer so, dass man nach der Arbeit nach Hause kommt, vielleicht kocht man was, aber dann geht man aufs Sofa, guckt vielleicht eine Serie, guckt einen Film und in Deutschland ist das soziale Leben eher am Wochenende.“
Milica: „Ja.”
Henry: „Man trifft sich mit seinen Freunden und ich habe gemerkt, dass es schön ist, auch die Freunde in der Woche zu treffen, also mal am Dienstag oder am Donnerstag und nicht … nicht erst zum Wochenende zu warten, sondern ja, spontaner auch zu sein. Ich glaube „spontan“ ist auch etwas, was ich in Spanien gelernt habe. Ist das auch für dich etwas?“
Milica: „Ja, definitiv.”
Henry: „Ja?”
Milica: „Ja, das habe ich auch gemerkt. Ich glaube, dass liegt auch ein bisschen am Wetter. Wenn es kalt draußen ist, kann man nicht draußen in irgendeinem Café sitzen und sein Bier trinken, aber in Spanien war das nicht so. Da hat man viel mehr draußen gemacht, viel mehr in irgendwelchen Cafés, Restaurants draußen … Parks und das war etwas, was mir sehr gutgetan hat, weil ich sehr gerne draußen bin und was ich jetzt auch versuche, mehr in meinen Alltag in Deutschland zu integrieren.“
Henry: „Ja, Milica! Und was war für dich dein schönster Moment in Spanien?“
Milica: „Also … mein schönster Moment in Spanien war, als meine Familie mich besucht hat und wir saßen an einem wunderschönen Platz, haben ein bisschen Sangria getrunken…“
Henry: „Alkoholfrei oder mit Alkohol?“
Milica: „Ein paar von uns alkoholfrei, die anderen mit Alkohol, aber ja … es hat auch ein Gitarrenspieler sehr schöne Musik gespielt und das war einfach der schönste Moment während dieser drei Monate.“
Henry: „Das hört sich sehr idyllisch an.“
Milica: „Ja, es war wirklich sehr, sehr schön. Und was war denn dein schönster Moment im Ausland, Henry?“
Henry: „Für mich war es auch der schönste Moment, als meine Familie mich besucht hat. Wir haben dann zusammen einen Ausflug gemacht ... in die Berge, in einen Naturpark in der Nähe von Valencia und dort haben wir eine Wanderung gemacht. Es war ein sehr warmer Tag, aber es gab auch einen Fluss, der in der Mitte der Berge geflossen ist und dort haben uns abgekühlt. Wir sind geschwommen im Fluss und ja … das war wirklich ein ganz, ganz toller Moment. Meine Familie konnte nicht glauben, wie schön die Natur in Spanien ist. Und ja … es war toll, ihre lachenden Gesichter zu sehen und zu sehen, wie glücklich sie waren.“
Milica: „Das glaube ich, ja. Das klingt auch nach einem wunderschönen Tag.“
Henry: „Ja, wirklich, ja. Ja, apropos „Leben im Ausland“, Milica … sollte jeder Mensch mal im Ausland leben? Was denkst du?“
Milica: „Ich denke, es kommt darauf an. Auf der einen Seite gibt es natürlich Menschen, für die das eine bereichernde Erfahrung sein könnte. Man kann neue Leute kennenlernen, eine neue Sprache lernen, aber man muss ein bisschen aufpassen. Ich glaube, das Leben im Ausland ist nicht für jede Art von Mensch. Was denkst du, Henry?“
Henry: „Okay, das ist ein guter Punkt. Also für die eine Person ist es vielleicht eine ganz positive neue Erfahrung auch. Man kennt ja niemanden. Man ist quasi alleine. Für eine Person ist das dann eine Herausforderung … eine positive Herausforderung, neue Leute kennenzulernen. Für eine andere Person könnte es aber auch eine sehr negative, sehr unangenehme Erfahrung sein. Man fühlt sich einsam. Man fühlt sich alleine. Also, ich glaube es hängt ein bisschen von der Persönlichkeit ab. Und vielleicht ein wichtiger Faktor, Milica, ist auch das Geld.“
Milica: „Ja.”
Henry: „Wer soll das bezahlen? Man braucht ja auch ein bisschen Geld, um sich das leisten zu können.“
Milica: „Auf jeden Fall. Ich denke, wenn man die nötigen Mittel dazu 5 hat, im Ausland ein mehr oder weniger normales Leben zu führen, so wie man das auch schon bei sich zu Hause tut oder zum Beispiel … Aktivitäten auch im Ausland zu machen, um neue Leute kennenzulernen, dann kann es auf jeden Fall eine sehr, sehr schöne Erfahrung sein, aber man muss halt schauen.“
Henry: „Ich glaube, man muss sehr realistisch auch sein und man sollte nicht nur an das Positive denken: „Oh Strand, Sonne“, sondern man sollte vielleicht auch im Hinterkopf haben, dass es Dinge gibt, die negativ sein könnten.“
Milica: „Ja.“
Henry: „Und dass man auch erstmal bestimmte Fragen klären muss: „Wo ist der Supermarkt? Wenn mein Internet nicht funktioniert, wen rufe ich an? Wer kann mir helfen?“ Also, es gibt auch Dinge, die man lösen muss und die nicht nur positiv sind im Ausland.“
Milica: „Ja, darauf sollte man vorbereitet sein. Aber ich denke, egal was für eine Art von Person man ist, man muss es einmal probieren, wenn man die Möglichkeit hat, um zu wissen: Ist das etwas, was ich noch mal machen würde oder nicht?“
Henry: „Ja, richtig und man wächst ja auch.”
Milica: „Genau.“
Henry: „ ... an der Aufgabe, man hat ein Problem und man löst es. Man findet eine Lösung und dadurch wird man reifer für die Zukunft. Man hat mehr Lebenserfahrung. Ich glaube, dass das, wie du richtig gesagt hast am Anfang, eine bereichernde Erfahrung sein kann.“
Milica: „Ja, ich denke auch! Auf jeden Fall.“
Henry: „Und die Sprache, Milica, ist natürlich auch ein großer Faktor, um sich im Ausland wohl zu fühlen. Deutsch ist deine Muttersprache und uns interessiert natürlich alle: Wie hast du so gut Spanisch sprechen gelernt? Was ist dein Geheimnis?“
Milica: „Ja. Also, ich hatte das Glück, einen tollen Kurs zu finden mit einer sehr guten Struktur. Ich hatte eine tolle Lehrerin, die eine richtige Grammatikexpertin war. Also mit ihr habe ich die Grammatik endlich verstanden.“
Henry: „Ja.”
Milica: „Und das Beste war, dass sie auch Deutsch gesprochen hat, so dass sie mir auch alles in meiner Muttersprache erklären konnte.“
Henry: „Wow! Okay, ja. Es ist wirklich sehr interessant, dass du diese beiden Faktoren nennst, Milica! Weil, wenn wir Deutsch lernen, ist die Grammatik auch super wichtig. Die Grammatik ist die Basis der Sprache und dafür brauchen wir eine gute Sprachschule, wo die Lehrer Grammatikexperten sind und die Grammatik wirklich auch gut erklären können.“
Milica: „Auf jeden Fall.“
Henry: „Ja. Milica, hast du vielleicht noch ein paar andere Tipps, um eine Sprache zu lernen? Was sind deine Geheimnisse?“
Milica: „Also, was ich auch noch empfehlen könnte, wäre Serien auf Deutsch zu schauen ... Dokumentationen auf Deutsch zu schauen.“
Henry: „Okay.“
Milica: „Das hat den Vorteil, dass man Deutsch lernt, ohne das Gefühl zu haben, Deutsch zu lernen. Also man lernt keine Vokabelliste auswendig zum Beispiel, und auf YouTube, zum Beispiel, gibt es ganz viele Optionen. Man kann Untertitel einschalten. Man kann die Geschwindigkeit der Videos reduzieren.“
Henry: „Oh, super. Interessant.“
Milica: „Das heißt, es wird langsamer gesprochen.“
Henry: „Ah super, okay! Toller, toller Tipp mit den Untertiteln und mit der Videogeschwindigkeit. Das habe ich auch schon gesehen. Bei YouTube kann man die Videogeschwindigkeit reduzieren, zum Beispiel auf 0,75. Dann ist es ein bisschen langsamer und wenn sie dann sehr schnell sprechen, kann man es besser verstehen und auch Untertitel sind sehr hilfreich. Das heißt, man kann lesen und gleichzeitig hören. Das finde ich wirklich super.“
Milica: „Ja und du Henry? Hast du einen Tipp?“
Henry: „Ja. Also … ich würde empfehlen, dass man Bücher auf Deutsch liest oder Zeitungsartikel auf Deutsch liest. Das Leseverstehen ist ja auch sehr, sehr wichtig. Nicht nur das Hörverstehen oder der mündliche Ausdruck, auch das Lesen ist sehr wichtig. Das Tolle beim Lesen ist, dass wir auch neues Vokabular lernen können. Das heißt, ich habe immer einen Stift und ich unterstreiche in meinem Buch immer neue Wörter und es ist natürlich auch so, dass es etwas sehr Spannendes ist, wenn wir ein interessantes Buch haben, dann möchten wir sofort die nächste Seite lesen. Das heißt, Deutsch lernen wird dann zu einem Hobby. Das ist ein großer Vorteil und … wir können parallel ja noch Vokabular lernen. Wir können auch die Grammatik, die wir im Kurs lernen, in dem Buch festigen. Und das ist wirklich ein ganz toller … ganz, ganz toller Lerneffekt. Ich habe sehr, sehr viel gelernt, wenn ich Bücher gelesen habe.“
Milica: „Ja. Ich glaube, du hast da etwas sehr Wichtiges gesagt, nämlich, dass man Deutsch lernen zu seinem Hobby macht. Und ich glaube, das ist das Wichtigste. Also sowohl mit Serien, Dokumentationen als auch mit Büchern, schafft man es, dass man das Deutschlernen in den Alltag integriert und dass man es zum Hobby macht und nicht so sehr zu einer Pflicht.“
Henry: „Ja, korrekt. Ja ... finde ich auch ganz, ganz wichtig. Also Deutschlernen als Hobby … also zusammengefasst: Wir brauchen einen guten Deutschkurs und wir sollten auch das Deutschlernen zu unserem Hobby machen, das wir in unserer Freizeit gerne machen.”
Milica: „Auf jeden Fall.“
Henry: „Und es ist aber auch ganz normal, Milica, dass man mal nicht motiviert ist, ja? Wir sind Menschen. Wir sind keine Maschinen. Wir sind fast perfekt, aber vielleicht nicht immer. Vielleicht ist man auch mal nicht motiviert. Was sollte man machen, wenn man nicht motiviert ist?“
Milica: „Ja. Das kennt wirklich jeder von uns. Mir ist das auch passiert. Was ich dann immer gemacht habe, ist, ich habe mir ganz kleine Ziele gesetzt. Ich habe sie auf eine … auf ein Blatt Papier geschrieben - wie eine Art Liste - und ich habe mir dieses Blatt Papier wirklich über meinen Schreibtisch gehängt und so hatte ich quasi immer wirklich meine Ziele vor Augen. Also, so war das einfacher, mich zu motivieren. Wie war das bei dir?“
Henry: „Ja, ich wollte das auch sagen. Also, eine Liste mit Zielen ‚Warum lernen wir Deutsch?‘, die uns einfach motivieren. Also: ‚Ich möchte einen neuen Job finden.‘ oder ‚Ich möchte in Deutschland leben.‘ Ja, das ist eine große Motivation und wenn wir uns dann im Alltag in einer Situation befinden, wo wir nicht motiviert sind, schauen wir auf die Liste … ‚Aha!‘ … und wir sehen unser Ziel und dann sind wir wieder neu motiviert und ich glaube auch, dass es gut ist, sich selbst zu belohnen. Das heißt, wenn wir zum Beispiel eine Woche viel gelernt haben ... hart gearbeitet haben, dass wir uns dann eine Folge von unserer Lieblingsserie, zum Beispiel, gönnen. Ja ... oder etwas, was wir gerne essen, eine Pizza oder Spaghetti.“
Milica: „Ja! Das ist auch eine super Idee. Das funktioniert, glaube ich, auch sehr gut.“
Henry: „Ja! Lass uns vielleicht mal über unsere aktuelle Situation sprechen. In welcher Stadt wohnst du gerade? Wohnst du noch in Spanien?“
Milica: „Nein, ich wohne nicht mehr in Spanien. Ich bin wieder zurück in Deutschland und zwar in Mainz.“
Henry: „In Mainz!”
Milica: „Kennst du Mainz?“
Henry: „Ich kenne mein Auto, mein Handy, mein Schreib …, aber Mainz? Was ist Mainz?“
Milica: „Mainz ist eine Stadt, die am Rhein liegt und … ja, es ist eine wunderschöne Stadt. Wir haben den Rhein, das Rheinufer, den Mainzer Dom und nicht zu vergessen, den Mainzer Karneval oder die Mainzer Fastnacht! So wie wir das in Mainz kennen, genau.“
Henry: „Also es gibt es auch einen Karneval in Mainz? Ich dachte, das gibt es nur in Rio de Janeiro.“
Milica: „Nein,tatsächlich ist Mainz zusammen mit Köln eine der größten Karnevalsstädte in Deutschland.“
Henry: „Wow, okay! Dann muss ich Mainz wirklich mal besuchen.“
Milica: „ Auf jeden Fal. In unserer fünften Jahreszeit, so wie wir sie nennen ... im Karneval.“
Henry: „Okay … und wofür ist die Stadt noch bekannt? Außer dem Karneval?“
Milica: „Also, es gibt ganz viele Dinge, für die Mainz bekannt ist. Unter anderem haben wir eine sehr gute Universität. Es ist eine Stadt voller Studenten. Wir haben ein sehr lebendige Nachtleben.“
Henry: „Okay!“
Milica: „Genau. Viele Bars, viele Cafés, viele Clubs. Es ist eine sehr junge Stadt, könnte man sagen.“
Henry: „Das ist toll. Ich finde es immer wichtig, dass eine Stadt auch lebt! Ja, dass sie nicht langweilig und still ist, sondern dass sie viele Facetten hat ... viele Seiten und man sowohl am Tag Dinge machen kann, aber auch in der Nacht in eine Bar ... vielleicht in eine Diskothek … ein bisschen tanzen gehen. Ich finde das super.“
Milica: „Genau! Mainz ist auf jeden Fall eine sehr lebendige Stadt. Und Henry wo wohnst du aktuell?“
Henry: „Nicht in Mainz.“
Milica: „Nicht in Mainz.“
Henry: „Nein, ich wohne ein paar hundert Kilometer nördlich von Mainz. Ich wohne im wunderschönen Hamburg.“
Milica: „Wow, sehr schön. In der Musicalstadt!“
Henry: „Stimmt! Hamburg ist die Musicalstadt. Wir haben zum Beispiel den ‚König der Löwen‘. Ich glaube, wir alle kennen den ‚König der Löwen‘. Wow, wunderschön! Aber es gibt auch noch andere Musicals. Ich glaube, ‚Aladdin‘ zum Beispiel, ist auch sehr bekannt. Dort war ich noch nie ... möchte ich auch gerne mal sehen.“
Milica: „Sehr schön. Und was gefällt dir denn am meisten an Hamburg? Warum sollten wir alle nach Hamburg kommen und dich besuchen, Henry?“
Henry: „Oh, es gibt mehrere Gründe, Milica. Also, natürlich ist Hamburg auch eine sehr historische Stadt. Sie liegt an der Elbe. Die Elbe ist ein Fluss im Norden von Deutschland. Aber Hamburg ist auch ganz in der Nähe von der Nordsee. Das heißt, von Stränden … man kann auch ans Meer fahren - auch in Deutschland.“
Milica: „Ach, ja?”
Henry: „Ja, die Karibik des Nordens.“
Milica: „Aha …“
Henry: „Aber die Strände sind natürlich nicht so schön wie in Spanien, aber trotzdem - wir haben Strände, ja. Das heißt also, es gibt auch viel Natur, aber auch historische Gebäude. Es gibt tolle Parks in Hamburg. Auch die Stadt ist sehr jung und man kann viele Dinge unternehmen. Ein ganz besonderer Aspekt ist aber eine Straße, die Reeperbahn heißt. Kennst du die Reeperbahn?“
Milica: „Okay … ja, ich habe schon einmal davon gehört, aber erklär‘ gerne mal ein bisschen: Wofür ist die Reeperbahn denn bekannt?“
Henry: „Ja. Es ist wirklich eine ganz lange Straße mit Bars, mit Diskotheken, mit Clubs und also …“
Milica: „Eine Partystrasse?“
Henry: „Eine Partystrasse. Und ich glaube, sie ist einen Kilometer lang und es gibt … Hunderte von Bars, Diskotheken, Hunderttausende von Menschen am Wochenende und es ist wirklich total verrückt und immer einzigartig. Also, man vergisst die Nächte nie.“
Milica: „Das glaube ich. Das klingt auf jeden Fall super, super gut.“
Henry: „Ja.”
Milica: „Und sag mal, so viel Partystraße, Party hier, so eine große Stadt. Hamburg hat so viel zu bieten …“
Henry: „Ja!“
Milica: „Würdest du sagen, dass du gerne in der Stadt wohnst oder könntest du dir auch vorstellen, irgendwann einmal vielleicht eher auf dem Land zu leben?“
Henry: „Das ist eine gute Frage. Also ich glaube, beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Auf dem Land ist die Luft frischer. Ich mache auch gerne Spaziergänge. In der Stadt sind die Freunde aber auch näher und es gibt mehr Menschen. Es gibt mehr Möglichkeiten. Also ich könnte nicht ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ sagen. Was denkst du?“
Milica: „Ja. Ich sehe das ähnlich. Zurzeit … habe ich das Gefühl, dass ich die Stadt bevorzuge, weil ich sehr jung bin ... weil ich sehr viel und gerne unternehme mit Freunden. Aber ich mag das Land auch sehr gerne. Und ich gehe, wie du sagst, auch sehr gerne in die Natur, deswegen kann ich mir vorstellen, vielleicht in der Zukunft irgendwann mal eher ein bisschen außerhalb der Stadt zu wohnen.“
Henry: „Okay! Ja, das kann ich sehr, sehr gut verstehen, ja.“
Milica: „Und welche Region in Deutschland würdest du denn gerne noch besser kennenlernen oder kennenlernen?“
Henry: „Ja, Ja! Ich als Nordlicht ... als Norddeutscher, ich würde gerne mal in den Süden von Deutschland reisen. Vielleicht auch mal eine gewisse Zeit in München leben. Vielleicht mal das Oktoberfest besichtigen. Warst du schon auf dem Oktoberfest?“
Milica: „Nein! In München tatsächlich noch nicht. Du auch nicht?“
Henry: „Ich auch nicht … ich auch nicht. Das würde ich ... wir können mal zusammen gehen.“
Milica: „Ein Plan!“
Henry: „Ein Plan! Wir gehen mal zusammen aufs Oktoberfest und schauen mal, wie es dort ist und machen ein YouTube Video auf Deutsch.“
Milica: „Ja … machen eine Reportage für unsere Schüler.“
Henry: „Schreibt uns mal in die Kommentare, ob ihr ein Video von Milica und Henry auf dem Oktoberfest sehen wollt, nach ein paar Bier … vielleicht.“
Milica: „Genau! Ja, das ist eine super Idee.“
Henry: „Ja! Also, München ist schon eine Stadt, die ich sehr interessant finde und in der ich sehr gerne mal leben möchte. Und du, Milica? In welcher Region würdest du gerne mal leben?“
Milica: „Also … auf der einen Seite ist München auch sehr attraktiv für mich, aber München ist tatsächlich sehr teuer. Deswegen würde ich lieber eine Zeit lang in Berlin wohnen.“
Henry: „Berlin ist auch sehr teuer, oder?“
Milica: „Berlin ist auch nicht sehr billig. Ich weiß, aber irgendwie zieht es mich mehr nach Berlin. Ich war nur einmal vier Tage dort und Berlin ist so groß und es gibt so viele Menschen und so viel zu sehen, dass ich gerne einmal länger dort leben würde.“
Henry: „Toll, fantastisch. Ja, Milica und wenn du alle Fragen von unseren Schülern beantwortet hast, alle Hausaufgaben korrigiert hast und wenn alle die Grammatik verstanden haben, wie viel Freizeit hast du dann und wie nutzt du sie in der Woche und am Wochenende?“
Milica: „Also in der Woche nach meinen Kursen lese ich sehr gerne ein Buch, um einfach ein bisschen runterzukommen ... um abzuschalten. Genau! Da lese ich immer sehr viel und am Wochenende versuche ich, die Zeit wirklich so gut wie möglich zu nutzen. Ich mache immer ganz viele Pläne mit meinen Freunden. Ich fahre in die Natur. Wir besuchen zusammen Museen ... Konzerte. Also, das Wochenende ist bei mir wirklich immer voll.“
Henry: „Komplett voll …“
Milica: „Genau!“
Henry: „… und immer so viel Zeit wie möglich mit deinen Freunden verbringen.“
Milica: „Genau, ja. Ich mag es immer, mit Freunden unterwegs zu sein ... mit der Familie unterwegs zu sein. Alleine mache ich das nicht so gerne.“
Henry: „Das stimmt. Das macht mehr Spaß, wenn man das mit Freunden macht. Das sehe ich auch so.“
Milica: „Genau! Oder wenn keiner Zeit hat, dann im schlimmsten Fall mit meinem Hund zusammen. Der leistet mir auch immer sehr treu Gesellschaft.“
Henry: „Super.“
Milica: „Und wie sieht das bei dir aus Henry? Erstmal … hast du überhaupt Freizeit? Und wenn ja, wie nutzt du deine Freizeit?“
Henry: „Ja, das stimmt. Also in der Woche habe ich nicht so viel Freizeit. Ich arbeite häufig sehr lange, auch bis spät in die Nacht und … es ist aber etwas, was mir sehr viel Spaß macht. Ich mache das sehr, sehr gerne. Ich versuche, wenn ich nicht arbeite, zu joggen. Das mache ich sehr gerne, dann bekomme ich auch den Kopf frei. Ich kann abschalten, wie du richtig gesagt hast, und ich gewinne neue Energie für den nächsten Tag und am Wochenende versuche ich auch, wie du, mich mit meinen Freunden zu treffen. Ich gehe sehr, sehr gerne in die Natur, mache Spaziergänge. Aber für mich persönlich ist auch Extremsport sehr wichtig. Also Sport, bei dem ich nicht nachdenken muss.“
Milica: „Wow!“
Henry: „Ja, das ist auch ganz toll. Ich mache zum Beispiel gerne Crossfit.“
Milica: „Oh, wow!”
Henry: „Ja. Das ist also eine sehr, sehr intensive Sportart und man ist so konzentriert, dass man nicht an andere Dinge denken kann und deswegen … ja, ist das eine tolle Aktivität, um auch Abstand zu gewinnen und … ja, wieder neue Energie.“
Milica: „ ... und um einen Ausgleich zu haben, wahrscheinlich.“
Henry: „Perfekt! Richtig, genau.“
Milica: „Also das kann ich gar nicht nachvollziehen, Henry. Das wäre gar nicht meine Art abzuschalten. Also, wenn ich nach dem Unterricht nochmal joggen gehen würde oder Crossfit machen würde, dann müsste ich erst mal eine Woche Urlaub nehmen, weil ich so kaputt wäre. Also, das wäre wirklich nicht mein Lieblingshobby in der Freizeit, muss ich ehrlich gestehen.“
Henry: „Das kann ich verstehen, aber was macht dich denn glücklich, Milica?“
Milica: „Also, mich macht glücklich, wie du auch schon ein bisschen gesagt hast, in der Natur zu sein. Ich meditiere gerne. Ich mache gerne Yoga. Das ist auch Sport, aber kein Extremsport wie Crossfit, zum Beispiel. Ich brauche einfach Aktivitäten, die mich runterkommen lassen, die mich …“
Henry: „Beruhigen!“
Milica: „ … wo ich mich auf mich konzentrieren kann, die mich beruhigen und das ist halt unter anderem Lesen, in der Natur sein, Yoga machen, einfach sich entspannen.“